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6 tolle Druckveredelungen für Magazine und Broschüren

Ein starkes Coverlayout animiert zum Zugreifen. Das gilt für Printpublikationen genauso wie für digitale Medien. Die Konkurrenz um unsere Aufmerksamkeit ist stark und doch haben Magazine und Broschüre einen entscheidenen Vorteil gegenüber digitalen Medien: mit raffinierter Druckveredelung lassen sich visuelle und haptische Erlebnisse schaffen, die auf Webseiten nicht möglich sind.

Es gibt heute eine Vielzahl von Möglichkeiten, Magazine und Broschüren effektvoll aufzuwerten. Das fängt bei der Papier-Wahl an und endet bei der Veredelung von einzelnen Seiten. Zur Auswahl stehen verschiedenste Effektlacke, Papierprägungen, Sonderfarben, Einsatz von Heiß- und Kaltfolien und vieles mehr.

Anhand von  Cover-Beispielen des Kundenmagazins „connections“, welches wir für unseren Kunden „Oiltanking“ seit vielen Jahren realisieren, möchte ich Ihnen unsere 6 Lieblingsverfahren hier vorstellen. Magazinbeispiele finden Sie auch auf unserer Webseite.


1) KALTFOLIE MIT ÜBERDRUCKUNG

Coverabbildung mit Kaltfolienveredlung

Coverabbildung mit Kaltfolienveredlung

Ein starker Hingucker ist beim Einsatz einer Kaltfolie garantiert. Die derart veredelten Elemente besitzen eine hohe Strahlkraft und glänzen auch schon bei geringem Lichteinfall. Möglich macht es eine auf das Papier gebrachte silberne Folie, die zusätzlich noch farblich bedruckt werden kann. Am besten funktionieren scharf abgegrenzte Motive, auch sehr filigrane Elemente sind möglich. Durch das Überdrucken der Silberfolie kann fast jeder beliebige Metallic-Farbton erzeugt werden, z.B. auch ganz individuelle Silber- oder Goldeffekte.

Im vorliegenden Beispiel wurden die abgebildeten Figurenillustrationen mit Kaltfolie hinterlegt und dann mit roten Farbverläufen überdruckt. Auch die Weltkarte im Hintergrund wurde mit Kaltfolie realisiert. Damit diese nicht zu prominent glänzte, wurde in diesem Fall die Folie als feines Raster umgesetzt.

Vorteile:
+ glänzend und auffällig
+ besonders metallische oder stark farbige Motive sind gut geeignet

Nachteile:
– Sehr helle und weiße Lichtbereiche sind mit Kaltfolie nicht gut darstellbar (Kaltfolie ist silber/hellgrau)
– erhöhter Abstimmungs- und Produktionskostenaufwand

 


2) PARTIELLER THERMOLACK

Partielle Überdruckung der Öltröpfen mit Thermolack

Partielle Überdruckung der Öltröpfen mit Thermolack

Ein ganz und gar ungewöhnlicher Effekt lässt sich mit Thermolack realisieren. Der Lack ist in der Regel schwarz und wird partiell über das Cover-Motiv gedruckt. Bei Berührung mit einem Finger (oder der ganzen Hand) wird der Lack unsichtbar – möglich macht es die Körperwärme. So kommen zuvor verborgene Bildbestandteile zum Vorschein. Der Vorgang ist beliebig oft wiederholbar, nach kurzer Zeit nimmt der Lack wieder seine schwarze Farbe an.

Besonderer Clou im gezeigten Beispiel: Der schwarze Thermolack auf den Öltropfen entspricht in etwa der Farbe von Rohöl; nach Berührung sind darunter die Farben von weiterverarbeiteten Ölen zu sehen (von links nach rechts Biodiesel, Diesel und Heizöl). So lassen sich nicht nur Elemente sichtbar machen, sondern auch Farbwechsel zeigen.

Vorteile:
+ ungewöhnlicher Effekt

Nachteile:
– nur für bestimmte Motive sinnvoll verwendbar

 


3) PARTIELLER RELIEFLACK

Partieller Relieflack macht Bildelemente fühlbar

Partieller Relieflack macht Bildelemente fühlbar

Ein partieller Relieflack ähnelt einem Glanzlack (siehe Punkt 5), hat aber einen entscheidenen Vorteil. Im Gegensatz zu üblichen Lackierungen hat Relieflack eine fühlbare Dicke, d.h. beim Darüberstreichen mit den Fingerspitzen sind Erhebungen, Linien usw. deutlich spürbar. So werden feine Musterungen oder Details eines Fotos (hier im Beispiel die Struktur des Ampelglases) fühlbar – ein toller Effekt, der das Cover lebendig macht.

Vorteile:
+ sicht- und fühlbarer Effekt
+ für praktisch jedes Motiv einsetzbar

Nachteile:
– Sichtbarkeit auf hellen Untergründen gering

 


4) BLINDPRÄGUNG

Blindprägung des Covers

Blindprägung des Covers

Geprägte Papiere kennt man vor allem aus dem Bereich Geschäftsunterlagen – ein blind geprägtes Cover ist allerdings ein ungewöhnlicher Hingucker. Durch die Blindprägung erhält das jeweilige Motiv eine zusätzliche haptische Ebene. Das Motiv wird aus dem Papier heraus- oder hereingeprägt, erhält aber keine Druckfarbe. Die Prägung ist nur durch das Zusammenspiel von Licht und Schatten zu sehen.

Im gezeigten Beispiel wurden das rote Flugzeug, der Magazin-Schriftzug und der Kofferanhänger normal gedruckt, nur die Erdkugel im Hintergrund erhielt die Blindprägung. Ein sehr subtiler und hochwertiger Effekt.

Vorteile:
+ dezenter und edel wirkender Look

Nachteile:
– abhängig vom Lichteinfall ist Prägung mehr oder weniger deutlich zu erkennen
– Rückseite des Covers ist ebenfalls geprägt und sollte daher keine kleinen Texte o.ä. enthalten

 


5) PARTIELLER GLANZLACK

Partieller Glanzlack lässt Details glänzen

Partieller Glanzlack lässt Details glänzen

Ein Klassiker im Bereich der Broschüren- und Magzincover-Veredelung ist der partielle Glanzlack, auch UV-Lack genannt. Ausgewählte Elemente der Coverdesigns (hier im Beispiel: Luftblasen und Schrift) erhalten nach dem Druck eine dünne Schicht aus Glanzlack. Besonders beim Bewegen des Covers im Licht fällt der Glanzeffekt ins Auge. Besonders gut funktioniert dies auf dunklen Untergründen.

Vorteile:
+ dezente Hervorhebung von Elementen, Fotos usw.
+ von fast allen Druckereien realisierbar
+ günstig

Nachteile:
– Effekt ist nur bei bestimmten Lichteinfall gut sichtbar

 


6) NEON-SONDERFARBEN (PANTONE)

Coververedlung mit 5 Pantone Sonderfarben

Coververedlung mit 5 Pantone Sonderfarben

Pantone-Sonderfarben kommen meistens dann zum Einsatz, wenn vorher genau definierte Hausfarben, z.B. beim Logo eines Unternehmens, verwendet werden sollen. Auch die beliebten Pantone Gold- und Silberfarben werden oft genutzt, um einen höherwertigen Eindruck zu vermitteln. Etwas ungewöhnlicher sind die Pantone-Neon-Farben, die in ihrer „knalligen“ Wirkung sofort ins Auge springen (am Monitor kaum darstellbar). Im Gegensatz zu üblichen CMYK-Druckfarben sind Motive in diesen Farben ein garantierter Hingucker.

Im hier gezeigten Beispiel wurden die Zahnräder mit 5 verschiedenen Pantone-Neon-Sonderfarben gedruckt und zusätzlich mit schwarzen Schattierungen gearbeitet.

Vorteile:
+ optimale Hervorhebung von Motivelementen

Nachteile:
– Druck mit mehreren Sonderfarben gleichzeitig ist nicht von jeder Druckerei realisierbar


 

Lust auf Effektveredelungen bekommen? Es gibt natürlich viele weitere Möglichkeiten, um einzigartige Effekte zu erzielen. Haben Sie Fragen zu einzelnen Techniken, dann schreiben Sie mir eine Mail.

Autor:

Gutes Design liegt mir am Herzen. Daher schreibe ich diesen Blog und informiere regelmäßig über Neuigkeiten und Wesentliches rund um das Thema Design. Wunschthema noch nicht dabei? Schreiben Sie mir eine Mail.

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